Rivalitäten
Gibt es eine Rivalität der Jets mit den Giants? Eine Frage die häufig und immer wieder gestellt wird. Nein, es gibt nicht wirklich viel Gemeinsames in der Footballgeschichte beider Teams. Daher kann es keine große Rivalitäten der New Yorker Football Teams geben. Der frühere Head Coach Herman Edwards erklärt dazu, "So if you want to call that a rivalry, call that a rivalry. That's for you people to write."
Jets und Giants stehen sich in der regulären Saison frühestens alle vier Jahre gegenüber. In 40 Jahren Teamgeschichte haben beide Teams erst zehnmal in der regulären Saison gegeneinander gespielt. Die Spiele in der Preseason seit 1969 nicht mit eingerechnet. Denn die zählen nichts. Vergleicht man die Giants und die Jets, müsste man den Dolphins mit den Bucs auch eine Rivalität zusprechen.
Es ist im deutschen Fußball zu vergleichen mit 1860 München und Bayern München. Die Löwen spielen nun in der 2. Liga und die dramatischen, emotionalen Lokalderbys sind vorbei. Jetzt sehen sich beide Teams höchstens noch in Pokal- oder anderen Wettbewerben.
Beim Baseball oder Eishockey ist die Situation in der Metropole etwas anders als im Profifootball. Die Yankees treffen in der Saison mindestens sechsmal auf die Mets. Die Playoffs nicht mit eingerechnet. Mittlerweile sind die gegenseitigen Abneigungen etwas weniger geworden. Aber es gibt immer noch eine tiefgründige Konkurrenz zwischen beiden Teams.
Bei den Eishockey Teams ist die Rivalität stark ausgeprägt. Rangers und Islanders spielen in der gleichen Division und kämpfen ständig um den besseren Platz in der Tabelle.
Zurück zum Football. Spielen die Giants gegen andere Teams, vielleicht sogar gegen Teams der AFC East, stehen die Fans der Jets sicher nicht auf Seiten der Giants. Treten beide Teams in der Saison gegeneinander an, geht es um den Vorrang in der Stadt.
Vermutlich ist es so etwas wie Eifersucht. Es geht dabei nicht unbedingt um Football alleine. Es geht mehr darum, wer öfter in den Medien präsent ist. Wer ist Thema in den örtlichen Zeitungen oder im Lokalradio? Welches Team hat die besseren Spieler? Über welchen Footballstar spricht man?
Diese Art der Rivalität wird nur unter den Fans ausgetragen. Fans entscheiden sich Ihr Leben lang für grün oder blau. Sie wachsen damit auf. Zwischen den Spielern gibt es so etwas kaum. Michael Strahan und Wayne Chrebet sind zum Beispiel gute Freunde geworden. Spieler beider Teams treffen sich regelmäßig bei Charity Events und sozialen Hilfsprogrammen. Die meisten anderen Spieler sind nicht lange genug im jeweiligen Team um nur annähernd diesen Wettkampf zu verstehen.
Vielleicht sollte die NFL jährlich ein Lokalderby in New York organisieren. Dann gibt es was über Football im Big Apple zu berichten. Und es könnte eine richtige Rivalität beider Teams entstehen.
AFC East
Die Rivalität gegen Teams der eigenen Division ist sicher viel größer, kämpfen die Jets dort direkt um einen guten Platz in der Tabelle. Sucht man den Erzrivalen der New York Jets ist er sicher in der AFC East zu finden. Jeder Fan hat dabei seine eigene Feindtabelle.
Buffalo Bills
Der allererste Spieltag der damals noch New York Titans ist am 11. September 1960. Die Titans gewinnen mit 27-3 gegen Buffalo. Zwischen den Bills und den Jets gibt es keine spektakuläre Spielertransaktion, keinen Skandal oder ähnliches. In der gemeinsamen Geschichte stehen sich beide nur einmal in einem Playoff Spiel 1981 gegenüber.
New England Patriots
Es besteht sozusagen eine natürliche Rivalität zwischen New York und Boston. Das ist in vielen amerikanischen Sportarten weit verbreitet. Im Februar 1997 beginnt eine hitzige Schlacht um die Trainer Bill Parcells und Bill Belichick. Beide werden von den New York Jets in Boston gegen einige Draft Picks abgeworben. Nach einigen Unstimmigkeiten erklärt die NFL den Wechsel für ordnungsgemäß. Ein Jahr später holt Bill Parcells den Running Back Curtis Martin von New England nach New York.
1998 gewinnen die Jets daraufhin die AFC East. Im Season Opener der nächsten Saison verletzt sich Vinny Testaverde im Spiel gegen die Patriots und fällt die komplette Saison aus. Dieser Umstand heizt die Rivalität weiter an.
Im Januar 2001 gibt Parcells seinen Rücktritt als Head Coach bekannt. Nun steht Bill Belichick als Nachfolger zur Verfügung. Der wird nun wiederum von den Patriots umworben. Schon wieder beginnen Streitigkeiten um Verträge. Der Besitzer der Patriots Robert Kraft beendet zusammen mit Bill Parcells, jetzt General Manager, den "Border War". Beide handeln die Modalitäten aus, damit Bill Belichick neuer Trainer der New England Patriots werden kann.
Anschließend findet zur Saison 2001 ein Ausverkauf der Jets Spieler und Coaches statt. Viele ehemalige Spieler der Gang Green und auch ein Teil der Trainer sind nun bei den Patriots unter Vertrag. Eine Menge Fans der Jets behaupten, dass die New England Patriots den folgenden Superbowl nur mit Hilfe der ehemaligen New Yorker Mannschaft und Trainerstab gewinnen können.
Parcells ist nun nicht mehr Trainer der Jets und die Rivalität ist etwas abgeflacht. Mittlerweile sehen die Patriots die Jets auch nicht als wirklichen Konkurrenten für die Playoffs.
Miami Dolphins
Die Erzrivalität, wenn es so was gibt, führen die Jets meiner Meinung nach gegen die Miami Dolphins. Mehrere Jahrzehnte füllt die Geschichte beider Teams und diese ist voll von Shootouts, unglaublichen Comebacks und unvergessenen, dramatischen Spielen.
Noch heute entstehen hitzige Diskussionen, wenn von einem unvergesslichen Spiel z.b. dem Mud Bowl oder dem Fake Spike Spiel die Rede ist. Ein Blick in die Memorable Games und man sieht auf Anhieb mindestens fünf nervenaufreibende Spiele gegen die Dolphins welche in die Geschichtsbücher der NFL eingegangen sind.
Egal welches Team gerade besser ist. Die Spiele haben immer eine besondere Brisanz. Die Dolphins sind meist als Favorit auf den Platz gegangen. Die Bilanz beider Teams ist trotzdem nahezu ausgeglichen. Aber oft sind die Begegnungen entscheidend für den Einzug in die Playoffs gewesen. Das Monday Night Spiel der beiden Teams am 23. Oktober 2000 ist sogar zum besten Monday Night Game gewählt worden.
Fakt ist, dass die Fans der Dolphins in ganz Amerika verteilt sind. Natürlich auch in der Metropole am Hudson River. Auf der anderen Seite ist Südflorida der beliebteste Ort im Land seinen wohlverdienten Ruhestand zu genießen. Viele New Yorker sind dort sesshaft geworden und trotzdem eiserne Fans der GangGreen geblieben.
Miamis Defensive End Jason Taylor erklärt es so: "Der Big Apple spielt gegen das Team von dort, wo alle gerne leben würden."

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